Sternepilger

Sterne-Restaurants quer durch Deutschland

Graf Leopold, Daun (*)

Es gibt noch echte Überraschungen, wenn man in der Sterne Küche unterwegs ist.

Das Restaurant des Burghotels macht einen rustikalen Eindruck. Die Kellnerin ist bemüht, mit einem gewissen Witz. Der Abend eingeleitet mit der Halbflasche Champagner startet angenehm. Jedoch ist der Gesamteindruck am Ende des Abends durchwachsen…

Doch der Reihe nach.

Die 5 Gänge sind von der Qualität anständig aber durchweg einfach. Das Tartar mit Kaviar als Vorspeise trotz der Tatsache, dass Tartar zu meinen absoluten Liebelingsspeisen gehört, durchwachsen langweilig. Es fehlen die Akzente. Es wirkt als würde die Idee nicht verstanden. Einfach Tartar? Das wars?

Erste Sorgen kommen dann als die die Brokoli-Suppe präsentiert wird. Die Kellnerin sagt „Die Suppe“. Keine Erklärung, wie auch leider bei den folgenden Gängen auch, wird der Teller hingestellt und etwas banales wie „die Suppe“ gesagt. Das auf dem Teller eine Suppe ist, sehe ich. Das am Grunde der Suppe noch Nordseekrabben schlummern, sollte man vielleicht erwähnen? Die Suppe dann auf gutem Skihütten Niveau. Sterneküche? Bislang nicht.

Es folgt der Hauptgang. Es manifestiert sich, was Gang eins und zwei ahnen ließen. Nett sous-vide gegartes Schweinefilet. Thats it. So etwas bekommt der mäßig begabte Feierabend-Koch, wenn Schwiegermutter zu Besuch kommt, auch hin.

Der Champagner ist mittlerweile leer, der rote Markus Schneider im Glas tröstet nicht über die Tatsache hinweg, dass das Wasser den ganzen Abend alleine eingeschenkt werden muss und  man fast winken muss, wenn das Weinglas leer ist. Trotzdem sind alle vom Team bemüht nett, aber leider nicht Profi genug, wie man es in dieser Klasse gewohnt ist.

Es folgt Bananen-Sorbet, ok….
Dann Käse ohne viel chichi, hingestellt ohne jegliche (!) Erläuterung. „So, der Käse….“.
Welcher Käse? Was ist das? Wo kommt der her? Da bekomme ich mehr Infos an der Käsetheke bei Rewe.
Am Ende ein Bircher Müsli (Service: „Das Dessert“) das sicher von allen 5 Gängen die beste Qualität hatte.

Alles in allem fragte man sich, ob man vielleicht im Bistro des Sterne-Restaurants saß. („Bin ich hier richtig…“) Es gibt nicht oft Situationen wie diese, in denen so dermaßen wenig stimmt. Am Ende ein Espresso der ohne, dass man dies bestellt, hat mit einer Machhiato Haube kommt. Naja, der Markus Schneider im Glas stimmt einen gnädig. Das nächste Mal in der Gegend geht man aber lieber in Wirtshaus. Fail!

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